Recoupling: Ein neuer Ansatz zur Wohlstandsmessung

Ein deutsches Forscherteam unter dem Namen „Global Solutions Initiative“ hat ein neues Instrument zur Wohlstandsmessung der Nationen veröffentlicht, das sogenannte Recoupling Dashboard:

The Recoupling Dashboard is a country-specific research tool to measure the wellbeing of societies beyond GDP and illustrates the correlation of economic prosperity, social prosperity and environmental sustainability. The Recoupling Dashboard harmonizes social prosperity in two innovative new indexes (agency and solidarity) alongside two traditional indexes (economic prosperity through GDP and environmental performance) to capture these fundamental dimensions of human wellbeing.

Das Recoupling Dashboard kombiniert vier Indizes pro Land: Gesellschaftlicher Zusammenhalt, Bildung, Bruttoinlandsprodukt und Ökologie. Auch für Deutschland haben sie ihr Dashboard berechnet:

© Global Solutions

Und wer hätte das gedacht: Auch unser Finanzminister Olaf Scholz (SPD) unterstützt augenscheinlich die Initiative.

© Global Solutions

Interessant, dass sie so gar nirgendwo auftaucht (wir selbst sind durch ein Interview mit den Forschern in der ZEIT auf das Projekt aufmerksam geworden). Wer mag, kann sich auf der Homepage von Global Solutions ausführlicher über das Dashboard informieren; dort gibt es auch Indizes für andere Länder (USA, Brasilien etc.).

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2 Gedanken zu „Recoupling: Ein neuer Ansatz zur Wohlstandsmessung

  1. Die Geschichte rund um „Wellbeing“ ist schon ziemlich alt. Ich hab mich um 2012 rum mit Beuno Frey, Ed Diener, Martin Seligman beschäftigt. (Wer‘s nachlesen will, ich hab dem Thema ein ganzes Kapitel in meinem Buch 2013 gewidmet.) „Damals“ war auch eine Enquete-Kommission rund um Frau Kolbe damit beschäftigt, „National Wellbeing“ zu definieren und zu untersuchen. Das sind alles gute Initiativen.

    Innerhalb von Organisationen mache ich mir da, was den Lebenszyklus und „Sustainability“ angeht, große Sorgen oder auch große Hoffnung (je nachdem, wie man das sehen will!) Solche Initiativen erzeugen mal ein öffentliches (oder besser: Nischen-)Bewusstsein, dann verpuffen sie. D.h. Sie verschwinden genau so schnell, wie sie gekommen sind. Es wird auch bei dieser Initiative, wie auch dem, was international sowieso schon läuft (UN Sustainability Goals, oder dies hier: https://www.unglobalcompact.org/library/4691) viel gemacht, aber hat es auch viel gebracht, Systeme sind sowas von träge und bequem. Wozu sollten sie radikal oder disruptiv etwas ändern? Was genau soll so eine starke Attraktionskraft (Feldtheorie Kurt Lewin!) haben, dass wir den Drachen besiegen und die Prinzessin erobern wollen (Modell Organisationaler Energie von Heike Bruch).

    Ja, wir brauchen sowas. ABER: Bitte nicht schon wieder von einer Hoheit aufgetragene Arbeit, sondern das muss, wenn es echt wirken soll, eine basisdemokratische Grasswurzelbewegung sein. „Alle Macht dem Volk!“ Wenn die Basis das tatsächlich will, wird sich auch etwas bewegen. Will sie es aber wirklich oder geht es nicht einfach supergut hier im Westen? Wie sind zu fett, bequem eingenistet in unsere sozialen Systeme und noch in unseren Kapitalspeckgürtel. Und hej, ich will das bestimmt nicht abschaffen, aber ich plädiere dafür es global zum Standard zu erheben. Es heißt doch „Global Wellbeing“?!

    1. Hi Tobias,
      ich sehe auch die Gefahr, dass sowas als Strohfeuer verbrennt. Trotzdem ist es gut, dass sich Leute Gedanken machen. Wir bei humanfy hatten zum Beispiel darüber diskutiert, ob wir unsere Arbeit in den Kontext der 17 Sustainability Goals der UN setzen, vor allem zum Ziel Nr. 8 (Decent Work and Economic Growth): https://www.un.org/sustainabledevelopment/sustainable-development-goals/

      Ich denke, was zur Zeit noch fehlt, ist eine starke Vernetzung dieser unterschiedlichen Initiativen, damit eine starke Lobby dafür entsteht. Aber dafür gibt es ja Typen wie uns. 🙂

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