Podcast-Folge #49

Über militärisches Mindset in der Wirtschaft | Mit Henri Schmidt

Kernaussagen

  • Unternehmen haben in der Regel keine fundierte, konzeptionelle Vorstellung von New Work; allenfalls Einzelmaßnahmen wie Homeoffice werden als „New Work“ eingeordnet. Das wird teilweise auch von den Personalleitern getriggert, die keine Konflikte mit den deutschen Arbeitsgesetzen, beispielsweise zu Arbeitsort und -zeit provozieren wollen.
  • Die Wirtschaft läuft unter zwei Perspektiven in die Falle der Arbeiterlosigkeit. Erstens gibt es demographisch immer weniger Menschen, die Arbeit erledigen könnten. Zweitens lehnen vor allem junge Menschen, die in den Arbeitsprozess einsteigen, einfache und repetitive Tätigkeiten immer mehr ab. 
  • Die ökonomische und politische Zukunft gehört der Fähigkeit zu Kompromiss und Kooperation, was allerdings durch eine jahrzehntelange Prägung von Führungskräften durch orthodoxe „Gewinn-Verlust“-Szenarien verhindert wird. Wenn man diese Mentalität nicht überwindet, werden auch New-Work-Ansätze scheitern. 
  • Moderne Unternehmen ticken ähnlich wie modernes Militär. So sind beispielsweise bei der Strategie die groben Leitlinien abgesteckt. Das Ziel ist klar, aber der Weg dahin ist flexibel und muss angepasst werden.  

Zitate

Die schlechteste Entscheidung ist die Entscheidung, die man gar nicht trifft. Aber die zweitschlechteste ist die falsche Entscheidung, die ich unter Druck treffe, ohne sie von vorne bis hinten durchdacht zu haben. Und da hilft die militärische Erfahrung, die dir sagt: Nimm dir am Anfang Zeit, durchdenke die Lage in Ruhe und triff dann die richtige Entscheidung.“

Wenn ich noch mal 18 Jahre alt wäre und wieder entscheiden müsste, welchen beruflichen Weg ich einschlage, würde ich wieder zur Bundeswehr gehen. Das war eine gute Zeit; ich habe da unglaublich von profitiert. Und möglicherweise wäre ich sogar noch da, wenn die Bundeswehr sich schneller in der Art modernisiert hätte, wie sie das heute tut.“

Du findest irgendwann den Punkt, wo du bewusst sagst: Ich möchte New Work machen und ich möchte es, weil ich davon überzeugt bin, dass es für mich als Unternehmen und für die Mitarbeiter Vorteile hat.  Aber diesen Sprung zu machen, zu sagen: Moment mal, New Work ist doch eine Win-Win-Situation: Den schaffen ganz wenige Unternehmen. Aber die, die es schaffen, profitieren nachhaltig.“

Person

Henri Schmidt ist Senior Director Implementation & Business Development bei ADP und verantwortet neben dem Projektgeschäft für Deutschland und Polen auch die dortige Geschäftsfeldentwicklung. Bevor er in 2014 seine Karriere bei ADP startete, war er 12 Jahre als Offizier der Luftwaffe in verschiedenen Verwendungen tätig.

Links

Hinweis

Das Interview wurde im Juni 2022 geführt.

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